Heimattreffen in Rokitnitz zum Anna-Tag 2014



Wieder war es soweit. Viele Landsleute reisten bei schönstem Sommerwetter in die alte Heimat zur Annawoche. Wenn man ankommt, ist der erste Weg zur Pension „Rampusak“ um nach schon anwesenden Landsleuten zu schauen. Es fiel sofort auf, dass der Brunnen bei der Mariensäule zur Restaurierung teilweise demontiert war. Am Dienstag, den 22.7. stand um 10.00 Uhr der Besuch des neuen Rokitnitzer Museums auf dem Programm.  Ein Schwerpunkt der Ausstellung bildet das Handwerk im 18. und 19. Jahrhundert. So sind z.B. dem Weberhandwerk, der Herstellung von Spanholzschachteln, der Glasmalerei eigene Arbeitsflächen gewidmet. Ein besonderer Teil der Ausstellung bildet ein dreistöckiges Modell eines Biotops mit der Darstellung von über 50 Tierarten. Ein Audioführer auch in Deutsch erklärt die Ausstellungen. Der erste Eindruck vom eleganten Gebäude war erwartungsvoll. Beim Eintritt das Museum fällt der erste Blick überraschender Weise auf ein im Eingangsbereich platziertes Maschinengewehr, das auf die Sonderausstellung „Tschechoslowakische Legion - Russland 1914 – 1920“ hinweisen soll. Durch diese Sonderausstellung im Erd- und 1. Obergeschoß wird die eigentliche Ausstellung mit ihren Expositionen die Wirkung genommen. Sehr empfehlenswert ist der gelungene Vorführraum mit Sitzgelegenheiten, in dem ein sehr aufwend gedrehter Naturfilm mit deutschen Untertiteln gezeigt wird. Dieser ehemalige Getreidespeicher ist nun ein Schmuckstück für die Stadt. Schulklassen und Urlauber sind die Zielgruppe. Am Nachmittag folgten wir der Einladung der neuen Schlossbesitzer zu einer Schlossführung – siehe auch sep. Bericht. Um 17.00 Uhr fand dann das Internationale Klassik-Konzert „Töne ohne Grenzen mit dem Initiator Rudi Gerr, der Musiker-Familie  Tarchala aus Polen sowie dem Pianisten Vladimir Jelinek aus Prag statt. Gut 70 Besucher in der Allerheiligen Kirche erfreuten sich an den Vorträgen der Künstler. Mittwoch, den 23.7. Ein Ganztagesausflug nach Nachod - siehe sep. Bericht. Donnerstag, den 24.7.  Auf dem Ernestinenberg fand um 14.00 h eine Tschechisch-Deutsche Hl. Messe statt. Zum Heimatabend, der mit einem gemeinsamen Essen in der Kantine der neuen  Rokitnitzer Schule begann, konnten Horst Wanitschke und Günther Wytopil knapp 60 Personen begrüßen, insbesondere Bürgermeister Petr Hudousek, Pfr. Pajak, den Chor der Adlergebirgler, den Bürgermeister von Stiebnitz Herrn Bohumil Trpisovsky mit Gattin, die anwesenden Amtsträger des Vereins sowie das Ehepaar Zeman, die Schwiegereltern des neuen Schlossbesitzers. Danach bat Horst Wanitschke die Anwesenden um eine Minute des Gedenkens an die verstorbenen Landsleute. Das waren Altbürgermeister von Rokitnitz Antonin Stefek, Franz Sperlich, Stiebnitz und Heinrich Galle, Rokitnitz. Zum Gedenken an den verstorbenen Altbürgermeister von Rokitnitz, einem wahren Freund von uns, zeigte Manfred Gischler einige Fotos von ihm und seinem verstorbenen Freund Günther Wytopil sen. Gerne überreichte Günther Wytopil, als Landschaftsbetreuer, den Ehrenbrief der Heimatlandschaft Adlergebirge, an Herrn Bohumil Trpisovsky, Bürgermeister von Stiebnitz, den dieser bewegt entgegennahm – siehe sep. Bericht. Bgm. Petr Hudousek richtete herzliche Grußworte an die Anwesenden, Herr Zeman übersetzte ins Deutsche. In seinem Grußwort erwähnte er nicht ohne Stolz das neu eröffnete Museum im ehemaligen Getreidespeicher, auch sprach er das 700-jährige Jubiläum der Stadt Rokitnitz im Jahre 2018 an mit dem Wunsche, uns mit Exponaten und dgl. insbesondere aus dem Archiv in Waldkraiburg einzubringen. Zum Abschluss des offiziellen Teils sangen wir gemeinsam mit dem Adlergebirgschor innig das Staatla-Lied. Auf zwei Bildwänden war ein Auszug von  Bildern aus der Adlergebirgsausstellung im Mai 2013 im Sudetendeutschen Haus in München zu sehen und fand lobende Aufmerksamkeit. Manfred Gischler ließ in einer Fotopräsentation mit Aufnahmen die vorjährige Annawoche Revue passieren. Den geselligen Teil des Abends leitete der Chor mit einigen Heimatliedern ein, der mit dem fröhlichen Singen von vielen Volksliedern, auf der Gitarre von Günther begleitet, fortgesetzt wurde. Natürlich durfte dabei das Lied „Rokitnitzer semmer“, das sehr zur Belustigung - mit den begleitenden Bewegungen - beitrug, nicht fehlen. Gegen 22.30 Uhr ging ein gelungener Abend zu Ende. Mit der zwischendurch durchgeführten Hutsammlung konnten die Kosten für die Musiker des Gottesdienstes und andere Kosten gedeckt und dem Adlergebirgschor zur finanziellen Unterstützung 150 Euro überreicht werden. Freitag, den 25.7.  Für diesen Tag gab es kein Programmangebot. Jedoch konnte man in Grulich auf dem Mutter Gottesberg wieder viele Landsleute treffen, die auch bei bestem Wetter die Ruhe da oben und die Fernsicht genossen. Um 17.00 Uhr war dann eine Walfahrtsmesse in der St. Anna-Kapelle in Rokitnitz. Nachmittags füllte sich der Ringplatz mit Leben. Nachmittags Um 22.00 Uhr fand wieder das traditionelle, prächtige Feuerwerk vor dem Schloss statt und wurde von den Besuchern mit großem Beifall bedacht.
Samstag, den 26.7.  Um 10.00 Uhr war die Deutsche Hl. Messe in der Allerheiligen Kirche in Rokitnitz. Die Kirche war gut besucht. Die Lesung trug Lm. Reinhard Traufelder, die Fürbitten mit dem Thema Versöhnung Günther Wytopil vor. Die Messe hielt zum letzten Mal Pfarrer Pajak – siehe sep. Bericht. Gesanglich trug Rudi Gerr zur Umrahmung der Messe bei. Wie jedes Jahr wurden alle Anwesenden vor den Altar gebeten für ein Erinnerungsfoto. Am Ausgang wurde von zwei kleinen Rokitnitzerinnen, in einer hübschen Tracht gekleidet, den Besuchern Kolatschen gereicht. Nachmittags fand wieder ein Gottesdienst in der Liebentaler Kapelle statt. Als Besuchermagnet zeigte sich das Schloss, wo im Innenhof Handwerker aller Art ihre Erzeugnisse feilboten. Im Schlosspark veranstaltete wie schon in den Vorjahren der Rokitnitzer Schotten-Verein Highland Games. Kraft und Geschicklichkeitsspiele für starke Männer und Frauen. Zahlreiche Besucher zeigten ihr Interesse an dem sportlichen Wettkampf.
Sonntag, den 27.7. 2014.  Um 10.00 Uhr fand die tschechische Hl. Messe zum Annafest statt. Die Kirche war sehr gut besucht. Die Messe wurde gehalten vom Pfarrer aus Bärnwald und dem scheidenden Pfarrer Pajak. Pfr. Pajak begrüßte die anwesenden Deutschen in unserer Sprache. G. Wytopil konnte wieder die Lesung in Deutsch vortragen.  Der eindrucksvolle Gottesdienst wurde musikalisch von einem Chor mit Begleitung von Violine und Gitarre umrahmt. Am Nachmittag begeisterte eine Big-Band im Partyzelt die vielen Besucher. Für die Technikbegeisterten wurde ein Dampflastwagen von SKODA-Typ Sentinel vorgeführt. Viel Rauch und Dampf und seine Dampfpfeife machte dem urigen Gefährt den Weg frei. Am späten Nachmittag wurden die Buden und Stände so nach und nach abgebaut und es kehrte zunehmend wieder Ruhe auf dem Ringplatz ein. Eine schöne „Anna-Woche“ ging wieder zu Ende.

 

Bild-Nr. 1 -  Besucher der deutschen Hl. Messe

 

Verabschiedung Pater Teodor Pajak

 

Während der Annawoche wurde bekannt, dass der Rokitnitzer Pfarrer, Pater Teodor Pajak, zum 1. August 2014 nach sechs Jahren eine Pfarrei in Trautenau/Riesengebirge übernimmt. Am Schluss des diesjährigen Heimatgottesdienstes in der Rokititzer Pfarrkirche dankte Günther Wytopil Pater Pajak herzlichst insbesondere für die Feier der Gottesdienste in deutsche Sprache. Wenn immer Pater Pajak Deutsche in den tschechischen Gottesdiensten erkannte, begrüßte er diese sehr freundlich und zelebrierte die Liturgie teilweise parallel in Deutsch. Als äußeres Zeichen des Dankes erhielt er ein Aufnahme von der Rokitnitzer Pfarrkirche. Für seinen Dienst im Riesengebirge wünschen wir Pater Pajak Gottes Segen.

 

Bild-Nr. 2  – Pater Pajak erhält Erinnerungsgeschenk von Horst Wanitschke und Günther Wytopil  

 

Schlossführung

 

Auf Einladung der Schlossbesitzerfamilie Pesek sowie von Frau und Herr Zeman, Schwiegereltern von Herrn Pesek, besuchte eine große Gruppe von Landsleuten das Schloss und erhielt eine ausführliche Führung durch das gesamte Ambiente. Besonders beeindruckte der Ahnensaal mit der teilweise erhaltenen kostbaren Stuckdecke, die auf eine Restaurierung wartet. In sehr gutem Zustand befindet sich die Schlosskapelle. Ansonsten sind erhebliche Finanzmittel erforderlich, um die Räumlichkeiten, die großes Potenzial für die verschiedensten Anlässe wie für Repräsentationen, Ausstellungen etc. bieten, entsprechend herzurichten. Diskutiert wurden verschiedene Möglichkeiten, gemeinsame Projekte, Aktionen usw. durchzuführen. So ist für das Jahr 2015  geplant, die Fotoausstellung, gezeigt 2013 im Sudetendeutschen Haus, in einem Flügel des Schlosses zu präsentieren.

 

Foto-Nr. 3 – Die Besuchergruppe mit den Gastgebern vom Schloss

 

Ausflug nach Nachod

 

Wie im Vorjahr erklärte sich Herr Jan Moravek, Mitglied des Rokitnitzer Stadtparlamentes, bereit, für uns einen Tagesausflug zu organisieren. Diesmal fuhren wir mit dem Zug nach Nachod. Dort angekommen, erwartete uns ein Bus der Stadt Nachod dem Schild „Annawoche – Willkommen in Nachod“ und für uns zur Begrüßung in das Stadthaus. Herzliche Willkommensworte richteten an uns die Pressesprecherin der Stadt sowie die Leiterin der Stadtverwaltung im Namen des Bürgermeisters, der sich als Abgeordneter zu Parlamentssitzung in Prag aufhielt. Anschließend fuhren wir zur bekannten Ida-Quelle. Leider ging der Kurbetrieb der Stadt insolvent und die Stadt muss um die Anerkennung als staatliches Bad fürchten. Danach erlebten wir eine sehr interessante Führung des über der Stadt thronenden Renaissanceschlosses, das bis 1945 dem Geschlecht Schaumburg-Lippe gehörte. Zum Schluss der Führung erfreuten uns zwei junge Musiker mit Musikstücken, gespielt auf Waldhörner. Auf Einladung der Stadt nahmen wir im Theater, dem ersten Hause am Platze, ein sehr schmackhaftes Mittagessen ein, um anschließend über die Grenze nach Bad Kudowa zu fahren. Dort konnten wir in dem schönen Kurpark die Seele baumeln lassen. Unser Reiseführer Jan Moravek versorgte uns unterwegs stets fachlich sehr fundiert mit Informationen über Geschichte, Wirtschaft sowie Land und Leute. Durch seine guten Kontakte als Direktor des Büros des Prager Parlamentspräsidenten zum Bürgermeister der Stadt Nachod zugleich tschechischer Parlamentsabgeordneter, kamen wir als Gäste der Stadt Nachod in den Genuss des für uns kostenlosen Aufenthaltes in Nachod.

 

Foto-Nr. 4  – Die Reisegruppe beim Empfang im Rathaus.

 

Phoca - GAE

Joomla templates by a4joomla