Heimattreffen in Rokitnitz zum Anna-Tag 2012

 

Vor genau 90 Jahren wurde 1922 zum ersten Mal in Rokitnitz das Annafest gefeiert; nach der Wende treffen sich bereits zum 18. Mal ehemalige Bewohner in ihrer alten Heimat. Einige Landsleute reisten bereits am Sonntag, den 22.7. an, die Begrüßung war wie immer sehr herzlich, hatte man sich zum Teil seit einem Jahr nicht gesehen. Bei Ankunft am Ringplatz fällt gleich der eingerüstete Turm der Allerheiligen-Kirche auf, versteckt hinter dem Rathaus/Feuerwehrhaus sieht man den ehemaligen Getreidespeicher im Rohbauzustand. Vermehrt wurden Häuser schmuck renoviert und hergerichtet. Ansonsten schien alles wie sonst auch. In der „Anna-Woche“ sah man Autos mit deutschen Nummernschildern aus ganz Deutschland auch aus Österreich auf den Straßen im Adlergebirges.

Am Montag, den 23.7. trafen sich nachmittags ca. 10 Personen zu einem erstmalig durchgeführten Stadtrundgang durch Rokitnitz unter der kundigen Führung von Anneliese Pöter, die viel über die Häuser und ehemaligen Bewohner zu erzählen wusste.

Am Dienstag, den 24.7. fand um 15.00 Uhr das traditionelle Treffen mit den Mitgliedern des Verbandes der Deutschen im Adlergebirge im Gasthaus „Schmiede“ in Kunzendorf statt (s. bes. Bericht von Adelheid Stejskalova).

Am Mittwoch, den 25.7. unternahmen 14 Personen von Rokitnitz eine Wanderung mit Rucksackverpflegung zum Ernestinenberg, um den dortigen neuen Aussichtsturm kennenzulernen. Jedoch konnte man von der Turmplattform aufgrund der wetterbedingten schlechten Sicht die Aussicht auf die Gebirgshöhen nicht genießen. Der Rückweg führte durch den Wald über die Chata Alma und Perla zum Bockwinkel zur Einkehr. Wir wurden dort von der Wirtin herzlichst begrüßt. Dankbar nahmen wir das Angebot von unserm dort nächtigenden Ldm. Herbert Schmoranzer an, uns mit dem Auto nach Rokitnitz zu fahren.

Um 17.00 Uhr fand das traditionelle Konzert „Töne ohne Grenzen“ diesmal in der Rokitnitzer Stadtkirche statt, gestaltet von zwei jungen tschechischen Künstlerinnen (Sopranistin und Organistin) mit klassischen Kompositionen von internationalen Meistern. Die zahlreichen Besucher waren von ihren Darbietungen begeistert.

Am Donnerstag, dem Annatag, fand in der Rokitnitzer Kirche traditionell der deutsche Gottesdienst mit der Schubert-Messe statt und war wie alle Jahre ein emotionaler Höhepunkt der Annawoche, zelebriert von dem polnischen Pfarrer von Rokitnitz Pater Pajak. Messdiener waren die beiden Söhne von Bürgermeister Petr Hudousek. Die Lesung und Fürbitten trug Karlheinz Münster, Schwiegersohn von J. Prause, eindrucksvoll vor. Die Heilige Messe wurde gelesen für die Verstorbenen Gunther Blaschke, Ortsbetreuer von Rokitnitz und für Günther Wytopil sen., Ehrenbürger von Rokitnitz. Natürlich durfte am Ende des gut besuchten Gottesdienst, am dem auch tschechische Gläubige teilnahmen, das unvergessenen Staadla-Lied und das Erinnerungsgruppenfoto vor dem Altar nicht fehlen.

Nachmittags konnte man den Rohbau des geplanten neuen Museums im ehemaligen Getreidespeicher besichtigen. Interessante Erläuterungen über den Bau und das Konzept gaben der Bürgermeister und in Deutsch Jan Moravek. Die Fertigstellung ist für 2013 vorgesehen.

Nach 2012 fand dieses Jahr zum 2. Mal der Heimatabend in der Kantine von der neuen Schule von Rokitnitz statt. Das Kantinenpersonal bewirtete uns wieder sehr gut. Nach dem Essen konnte Günther Wytopil jun. ca. 70 Heimatfreunde, darunter viele neue Gesichter, begrüßen, insbesondere den Bürgermeister von Rokitnitz und Jan Moravek, Mitglied des Stadtparlaments, der auch dolmetschte, ebenso die Vertreter des Vereins der Adlergebirgler, die anwesenden Ortsbetreuer und die Gesangsgruppe der Adlergebirgler. Horst Wanitschke bat danach die Anwesenden zu einer Gedenkminute für unsere Landsleute, die nicht mehr unter uns sind, besonders gedachte man dem Ortsbetreuer von Rokitnitz Gunther Blaschke sowie Günther Wytopil sen., der das Heimattreffen zum Annafest nach der Wende ins Leben rief. Anschließend verlas Horst W. ein Grußwort der Heimatkreisbetreuerin von Grulich, Traudl Hentschel und richtete Grüße von Landsleuten aus, die nicht nach Rokitnitz kommen konnten. In seinem Grußwort erinnerte Bürgermeister Petr Hudousek an die Verdienste des Verstorbenen Günther Wytopil sen. für seine Heimatstadt Rokitnitz und an die ersten Begegnungen mit ihm. Der Begrüßungsteil wurde mit dem Singen des Staadlaliedes beendet. Während unseres Heimatabends hisste ein Tscheche an seinem, der Schule gegenüber stehenden Hauses, eine kleine deutsche Fahne (siehe Foto). Eine bemerkenswerte Randerscheinung und schöne Geste. Die Gesangsgruppe der Adlergebirgler sang wieder viele Heimat- und Volkslieder, in der die Anwesenden mit einstimmten. Auch durfte das Lied „Rokitnitzer semmer“ natürlich nicht fehlen. Ansonsten war der Abend von vielen Unterhaltungen geprägt, das Bedürfnis sich auszutauschen, sich zu erinnern war groß. Während des Abends konnten auch wieder Bücher „Die Adler kreisen nicht mehr“ von dem anwesenden Autor Josef Lux zugunsten der Renovierung der Außenfassade der Kirche verkauft werden. Um Mitternacht machten sich die letzten Besucher auf den Heimweg in ihre Unterkünfte.

Am Freitag, den 27.7. fand um 17.00 Uhr in der Liebentaler Kapelle ein tschechisch-deutscher Gottesdienst statt. Der Mehrheit der Gottesdienstbesucher waren Deutsche.

Die Veranstaltungen des städtischen Annafestes waren schon den ganzen Tag im Gange. Vom Hotel Eduard bis zum Schloss erstreckte sich der Festrummel mit Fahrgeschäften und den verschiedensten Ständen bei schönem Wetter. Mit Eintritt der Dunkelheit wurde wieder ein eindrucksvolles Feuerwerk gezündet. Die Zuschauer waren sehr davon angetan und klatschten am Ende begeistert Beifall.

Der Samstag, der 28.7. war geprägt neben dem üblichen Festrummel von den Highland Games und weiteren Veranstaltungen rund um das Schloss.

Am Sonntag, dem 28.7. fand um 10.00 Uhr die tschechische Wallfahrtsmesse, der viele Deutsche beiwohnten statt. Zelebrant war Pfarrer Suchar aus Bärnwald. Unser Freund und Pfarrer von Rokitnitz, Pater Pajak begrüßte uns am Anfang des Gottesdienstes aufs herzlichste und hielt verschiedene Abschnitte des Gottesdienstes dankeswerter Weise auch in Deutsch, so beteten wir das Vater unser in unserer Sprache.

Ein Höhepunkt des Tages war eine Dampfwalze aus dem Jahr 1932, deutscher Herkunft, in Aktion und vom Ringplatz zum Bahnhof fahren zu sehen und wurde von Alt und Jung sehr bestaunt. Viele Landsleute reisten bereits am Samstag und Sonntag ab, sodass man nicht mehr so viele Deutsche treffen konnte. Alles in allem war die Annawoche 2012 wieder sehr abwechslungsreich geprägt von vielen Begegnungen mit den Heimatfreunden und auch tschechischen Landsleuten. Nicht zuletzt sah man viele neue Gesichter, die hoffen lassen, dass das Heimattreffen zur Annawoche noch viele Jahre bestehen kann.

Wir freuen uns auf ein gesundes und frohes Wiedersehen zum Annafest 2013 (vom 22. bis 28.07.2013 – bitte schon einmal vormerken) in Rokitnitz oder auch, das wäre schön, zum Treffen der Adlergebirgler in Speicherz/ Rhön vom 15. bis 17.03.2013 oder bei einem anderen Heimattreffen in Deutschland.

 

In heimatlicher Verbundenheit Eure Landsleute

Horst Wanitschke und Günther Wytopil jun.

Phoca - GAE

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